Gemeinsam tanzen, feiern und Zeit miteinander verbringen – genau darum ging es bei unserem Sommerfest zum 10 jährigen Jubiläum. Hier sind einige Impressionen eines wunderbaren Nachmittags und Abends.
Gleichzeitig setzten wir den nächsten Meilenstein unserer Entwicklung mit der Vorstellung von "Lillis Stadtbahnbögen", die künftig drei Bereiche unter einem gemeinsamen Dach vereinen. Unser Herzstück, das Tanzsstudio, die barrierefreie Eventlocation sowie den Verein "Tanzen ohne Grenzen".
Alexandra Vietinghoff-Scheel, Petra Schön (Geschäftsführung), Hannah Beck, Lucia Rosenfeld, Maria Theresia Mühlbacher, Nadine Brunner, Assistenzhündin Flora und Tim Hüning (von links nach rechts)
Auch im Sommer 2026 sind wir wieder Teil des Public-Moves-Programms des ImPulsTanz und laden Euch ein, die vielfältige Welt des inklusiven Queer Tango kennenzulernen.
Queer Tango eröffnet neue Perspektiven auf Begegnung und Kommunikation im Tanz. Traditionelle Rollenbilder werden hinterfragt, Führen und Folgen neu gedacht. Wer setzt Impulse? Wie werden sie wahrgenommen? Wie entsteht Verbindung? Im Mittelpunkt stehen führendes Zuhören, aktives Folgen und ein spielerischer Wechsel der Rollen.
Gleichzeitig macht Queer Tango Inklusion auf besondere Weise erfahrbar. Wir tanzen mit allen Sinnen, stellen das gemeinsame Erleben in den Vordergrund und schaffen Raum für Vielfalt, Offenheit und Begegnung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – alle Menschen sind willkommen.
Sommer 2026 – zwei Termine unter freiem Himmel
📍 9. Juni 2026, 18:00–19:15 Uhr Zaha-Hadid-Platz, Seestadt Wien
📍 15. Juli 2026, 17:00–18:15 Uhr Schwarzenbergplatz, Wien
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Reservierung wird jeweils am Vortag um 14:00 Uhr freigeschaltet.
Wir freuen uns darauf, mit Euch zu tanzen, zu experimentieren und Tango als Raum für Vielfalt, Verbindung und Inklusion zu erleben. 🌈💃🕺✨
Nach den bereits voll ausverkauften Workshops im Dezember 2023 war die Vorfreude riesig, Vincent Hodin im März 2025 erneut in Wien begrüßen zu dürfen. Dieses Mal brachte er einen neuen Partner mit, der eine ganz eigene, faszinierende Energie in die Kurse einbrachte: Tada Kokeguchi.
In unserer Fotostrecke unten könnt ihr die besondere Atmosphäre dieses Sonntags nachempfinden.
Wenn zeitgenössische Eleganz auf Tango trifft
Mit Tada Kokeguchi stand ein Partner an Vincents Seite, dessen tänzerischer Hintergrund beeindruckt: Als ehemaliger Solist bei Größen wie Maurice Béjart und Träger des Zwaan Awards brachte er seine tiefe Erfahrung aus dem klassischen und zeitgenössischen Tanz in die Tango-Pädagogik ein. Besonders spürbar war dies in den Workshops „Fluent Role Switch“ und „Creativity in Steps“, bei denen es nicht nur um Schritte, sondern um das „führende Zuhören“ und den spielerischen Ausdruck zur Musik ging.
Rollenwechsel als Herzstück
Wie schon bei seinem ersten Besuch stand die Philosophie des Queer Tango im Mittelpunkt: Das Aufbrechen fixierter Rollenbilder, bei dem jeder mit jedemr tanzt. Es war inspirierend zu sehen, wie die Teilnehmer*innen im anschließenden Tango Cafecito das Erlernte direkt anwendeten und die Grenzen zwischen Führen und Folgen fließend ineinander übergehen ließen.
So geht es weiter...
Vincents Besuche in Wien sind mittlerweile zu einem echten Highlight in unserem Kalender geworden. Wer diese Mischung aus technischer Präzision und kreativer Freiheit erneut (oder zum ersten Mal) erleben möchte, sollte sich den Frühsommer rot im Kalender markieren:
Beim Tango Boost Weekend am 6. und 7. Juni bietet sich die nächste Gelegenheit, tief in diese Materie einzutauchen und den eigenen Tanz auf das nächste Level zu heben.
14:15-15:45 Uhr Role Switch Flow – Rollen flüssig wechseln Techniken für nahtlose Rollenwechsel mitten im Tango: beim Gehen, in Drehungen oder in Ochos.
16:15-17:45 Uhr Creative Expression – Ideen im Tanz entfalten Spielerische Sequenzen, Variationen und kleine Improvisationen, um den Tango bunter, persönlicher und ausdrucksstärker zu gestalten.
Sonntag, 07.06.2026
14:15-15:45 Uhr Musicality Lab – Tanz mit der Musik Wie kann ich körperlich ausdrücken was ich in der Musik höre? Akzente, Pausen, Phrasen und rhythmische Nuancen bewusst nutzen.
16:00 -20:00
Cafecito Special Edition Am Sonntag gibt es unser geliebtes Cafecito eine Stunde länger als sonst. Mehr Zeit zum Tanzen, Plaudern und Genießen.
Viele Menschen glauben, dass man für Tango Argentino unbedingt einen festen Tanzpartner oder eine feste Tanzpartnerin haben muss. Vielleicht hast Du selbst schon einmal gezögert, einen Kurs zu besuchen, weil Du niemanden hattest, mit dem Du Dich anmelden konntest.
Die gute Nachricht ist: Genau das brauchst Du nicht! Und vielleicht ist es sogar einer der schönsten Wege, Tango zu entdecken.
Freiheit statt Abhängigkeit
Als Single ins Tanzen zu starten bedeutet vor allem eines: Freiheit. Du bist unabhängig, kannst Deinen eigenen Rhythmus finden und entscheidest selbst, wann und wie oft Du tanzen möchtest. Keine Abstimmungen, keine Kompromisse – nur Du, Dein Lerntempo, Deine Entwicklung und die Musik.
In Lillis Ballroom ist genau das Teil der Philosophie: Du brauchst keine/n feste/n Partner*in, um Teil der Tango-Welt zu werden. Stattdessen öffnen sich Dir alle Türen – vorausgesetzt, Du bist neugierig genug, beide Rollen zu entdecken.
Und ganz ehrlich: Es macht einfach unglaublich viel Spaß, die Perspektive zu wechseln.
Beide Rollen lernen – doppelt so viel erleben
Wer sowohl die führende als auch die folgende Rolle lernt, entwickelt ein viel tieferes Verständnis für den Tanz. Du spürst, was Dein Gegenüber braucht, erkennst Zusammenhänge schneller und wirst insgesamt flexibler und sicherer auf der Tanzfläche.
Lernen in einer unterstützenden Community
Was den Unterschied macht, ist nicht nur das Konzept – sondern die Menschen. In Lillis Ballroom triffst Du auf eine offene, herzliche und unterstützende Community. Lehrende und Schüler*innen begegnen sich auf Augenhöhe, helfen einander und schaffen gemeinsam eine Atmosphäre, in der Lernen leicht wird.
Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Entwicklung, Verbindung und Freude.
Neue Begegnungen, echte Verbindungen
Ohne festen Tanzpartner*in tanzt Du mit vielen verschiedenen Menschen. Das bedeutet: neue Begegnungen, unterschiedliche Stile, spannende Impulse – und oft entstehen daraus echte Freundschaften.
Tango wird so zu viel mehr als nur einem Hobby. Er wird zu einem sozialen Raum, in dem Du Dich verbunden fühlst.
Allein zu kommen ist kein Nachteil – es ist eine Einladung. Eine Einladung zu mehr Freiheit, mehr Begegnung und einem tieferen Tanzerlebnis.
Schneller, leichter, genussvoller lernen
Durch den regelmäßigen Partnerwechsel und das Lernen beider Rollen entwickelst Du Dich oft schneller weiter. Du wirst aufmerksamer, feinfühliger und lernst, Dich wirklich auf Dein Gegenüber einzulassen.
Und genau dadurch entsteht dieser besondere Moment, den Tango so einzigartig macht: Wenn sich zwei Menschen begegnen, sich gegenseitig zuhören – und sich gemeinsam im Tanz verlieren.
Also: Trau Dich!
Mehr dazu
Anmelden können sich Einzelpersonen (im Kurs am Mittwoch auch Persionen, die beide Rollen tanzen wollen) und Paare. Unsere Kurse sind für alle Menschen mit allen Fähigkeiten geeignet.
Dienstags
Tango Argentino Basic 1 Kurs von 18:45 bis 20:00 Uhr mit Maria Theresia
Nach der wunderbaren Resonanz auf unsere erste Edition freuen wir uns sehr, Euch die 2. Edition unserer Tango Improver Kurse vorzustellen. Dieses Format ist aus dem Wunsch entstanden, einen Raum zu schaffen, in dem Tango jenseits von reinen Schrittfolgen erforscht werden kann – als Dialog, als musikalische Erfahrung und als lebendige Verbindung zwischen Körpern, Rollen und Ideen.
Die Improver Kurse richten sich an Tänzer*innen, die bereits Erfahrung mitbringen und Lust haben, ihren Tango bewusster, freier und feiner zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Verbindung, Musikalität, Körperbewusstsein und die Freude am gemeinsamen Forschen.
Das Improver-Format – Zeit zum Verstehen, Fühlen und Integrieren
Unser Improver-Format lädt dazu ein, tiefer zu gehen. Wir nehmen uns Zeit, um Prinzipien zu verstehen, Qualitäten wahrzunehmen und neue Möglichkeiten direkt im Tanz auszuprobieren.
Generell arbeiten wir - statt nur fixe Figuren zu pauken - mit:
klarer, flexibler Connection
bewusster Körperorganisation und Achse
musikalischem Verständnis
Improvisation, Kommunikation und Vertrauen im Paar
Orientierung in der "Ronda"/auf der Tanzfläche
Die Kurse können einzeln besucht werden, ergänzen sich jedoch inhaltlich zu einer stimmigen Reise durch verschiedene Ebenen des Tangos.
"Flow in Between"
Verbindung halten · Rollen wechseln · Flow teilen Tango Improver Kurs für Double-Role / Queer Tänzer*innen
In "Flow in Between" erforschen wir unterschiedliche Qualitäten von Connection, Intensität und Kommunikation in der Umarmung. Ein zentraler Fokus liegt auf dem flüssigen Wechseln der Rollen – mitten im Tanz, mitten im Song, ohne den Flow zu verlieren.
Tango ist Dialog – und in diesem Kurs wird er fließend.
Der Kurs unterstützt Tänzer*innen dabei, beide Rollen intuitiv, musikalisch und klar zu teilen. Vertrauen, Präsenz und feine Wahrnehmung bilden die Basis für einen lebendigen, offenen Dialog im Tanz.
Gemeinsam erforschen wir:
Improvisation & Vertrauen – im Moment entscheiden, ohne die Verbindung zu verlieren
Intensität & Qualität – von zart bis kraftvoll, von minimal bis expressiv
Flüssige Role-Switch-Techniken – ohne Unterbrechung, ohne Bruch im Flow
"Musicality & Creativity"
Wie entsteht ein wirklich lebendiger Tango? Nicht nur durch Schritte – sondern durch Musikalität, Raumgefühl und die Freiheit, kreativ zu gestalten.
In diesem Kurs tauchen wir tief in die Strukturen und Dynamiken des Tangos ein. Wir erforschen, wie der Tanz aufgebaut ist, welche Wege und Richtungen es gibt und wie diese bewusst genutzt werden können, um den Tanz fließen zu lassen.
Die Musik wird dabei zur aktiven Partnerin: Du lernst, sie nicht nur zu hören, sondern zu interpretieren – als Inspirationsquelle, Impulsgeberin und Dialogpartnerin.
Im Fokus stehen:
musikalische Phrasen fühlen und gestalten
Pausen, Akzente und Dynamiken bewusst nutzen
eigene kreative Entscheidungen treffen und verkörpern
Embracing Elasticity
Eine flexible, klare und komfortable Umarmung entwickeln
Die Umarmung ist das Herz des Tangos. In "Embracing Elasticity" arbeiten wir mit einer elastischen, komfortablen Verbindung, die Klarheit, Beweglichkeit und Flow unterstützt.
Durch den bewussten Einsatz von Spannung, Entspannung und Timing verfeinern wir die Qualität der Bewegung und stärken Balance, Achse und Körperbewusstsein. Die elastische Umarmung hilft dabei, Bewegungen effizient weiterzugeben, Reaktionen besser wahrzunehmen und auch in komplexeren Momenten im Fluss zu bleiben.
Schwerpunkte des Kurses:
Elastische Verbindungstechniken für Komfort & Klarheit
Spannung, Raum & Timing – sauber koordinieren und fließen lassen
Balance, Achse & Raumgefühl – stabil und beweglich zugleich
Für wen ist die 2. Edition gedacht?
Die Improver Kurse richten sich an Tänzer*innen, die:
ihre Verbindung verfeinern möchten
ihren Tango musikalischer und bewusster gestalten wollen
Freude an Improvisation, Dialog und Flow haben
offen sind für Rollenvielfalt und kreative Prozesse
Ob ein einzelner Kurs oder eine Kombination mehrerer – diese Edition schafft einen Rahmen, in dem Weiterentwicklung und neue Erfahrungen möglich sind.
Manchmal braucht es keinen langen Urlaub, um neue Energie zu tanken – manchmal reicht ein Wochenende, das wirklich wirkt. Genau dafür haben wir unsere Tango Boost Weekends entwickelt. Mehrmals im Jahr bieten wir dir ein konzentriertes, spielerisches und zugleich tiefes Lernfeld, das dir einen spürbaren Schub für deinen Tango schenkt.
Warum ein Boost Weekend?
Im Alltag tanzen viele von uns regelmäßig, aber oft fehlt der Raum, sich ganz und gar auf ein Thema einzulassen, etwas Neues auszuprobieren oder alte Muster bewusst zu verändern. Ein Boost Weekend schafft genau diesen Raum:
Drei Workshops, in denen wir präzise an Technik, Musikalität und Verbindung arbeiten
Viel Tanzzeit, um das Gelernte in den Körper sinken zu lassen
Viel Leichtigkeit und Freude, weil Lernen am besten funktioniert, wenn der Körper mitspielt
Ein Gruppenprozess, der inspiriert, motiviert und trägt
Wenn wir in kurzer Zeit fokussiert üben, passiert plötzlich sehr viel: Bewegungen werden klarer, die Verbindung ruhiger und die Schritte mutiger. Genau das nennen wir den Boost-Effekt.
Unser Gast: Ricardo Lang
Für dieses erste Boost-Wochenende haben wir Ricardo Lang (DE) eingeladen – einen Tänzer, der sich durch seine präzise Technik, seine ruhige Präsenz und seine musikalisch feine Interpretation des Tango Argentino auszeichnet. Ricardo bringt eine klare Sprache des Körpers mit, die sowohl Anfänger*innen als auch Fortgeschrittene inspiriert und stärkt.
Was erwartet dich?
Ein Wochenende, das sich anfühlt wie ein kleines Tango-Retreat – ohne Anreise in die Ferne.
Dich erwarten:
Drei thematisch aufeinander aufbauende Workshops
Ein Gefühl von „Ich wachse wirklich in meinem Tanz“
Ein vertieftes Verständnis von Klarheit, Verbindung und Musikalität
Viele Aha-Momente, die du direkt in dein Tanzen mitnehmen kannst
Unsere Tango Boost Weekends sind bewusst so gestaltet, dass du an nur zwei Tagen spürbar weiterkommst. Sie sind ideal für Tänzer*innen, die Lust haben, zu wachsen – ohne Druck, aber mit Freude, Genuss und guter Begleitung.
Für wen ist das Weekend geeignet?
Für alle Tänzer*innen, die mindestens Grundkenntnisse im Tango Argentino haben und ein Wochenende lang eintauchen wollen – in Technik, Musik, Verbindung und das gemeinsame Erleben.
Warum wir sie so lieben
Weil jede*r am Ende dieses Wochenendes anders aus dem Raum geht: klarer, ruhiger, freier, inspiriert.
Weil Tanz in Gemeinschaft Kraft gibt.Weil Fokus Wunder wirkt.
Und weil Tango manchmal genau das ist, was wir brauchen, um wieder bei uns anzukommen.
Mehr zu Tango – Dancing in the Dark
3 Workshops an einem Wochende:
Samstag, 14. März 2026
Connected Technique - Moving as One von 14:15 bis 15:45 Uhr
Ocho Cortado Variations - Playful Cuts & Rythms von 16:15 bis 17:45 Uhr
Sonntag, 15. März 2026 (Deutsch)
Turns in Close Embrace - Smooth Circular Flow von 16:00 bis 20:00 Uhr
Für Tänzer*innen mit Vorerfahrung, einzeln oder als Paar. Wer den vollen Boost spüren will, nimmt am besten alle drei Workshops – denn dieses Wochenende funktioniert wie ein kleines Tango-Wunderpaket.
Zwei Auszeichnungen in zwei Monaten – ein starkes Zeichen für Barrierefreiheit
In den vergangenen Wochen durften wir bei Lillis Ballroom gleich zwei besondere Erfolge feiern. Nachdem wir im September mit dem Preis der Vielfalt ausgezeichnet wurden, erhielten wir nun auch den Bezirks Business Award – und damit eine weitere wertvolle Anerkennung unserer Arbeit.
Die Freude darüber ist groß. Aber noch wichtiger ist, wofür diese Auszeichnungen stehen: für Barrierefreiheit als Haltung, für gelebte Inklusion und für die Überzeugung, dass Tanzen für alle Menschen zugänglich sein muss – unabhängig von körperlichen Voraussetzungen oder Sehvermögen.
Barrierefreiheit als Kern unseres Handelns
Seit der Gründung von Lillis Ballroom steht Barrierefreiheit im Zentrum unseres Tuns. Nicht als Zusatz oder „Extra“, sondern als Grundlage.
Unsere Räume sind weitgehend barrierefrei, unser Unterricht ist inklusiv gestaltet und unsere Didaktik orientiert sich daran, dass Menschen ihre Sinne bewusst einsetzen – Hören, Spüren, Wahrnehmen. Dafür arbeiten wir u. a. mit Tanzbrillen, einer Methode, die hilft, visuelle Dominanz abzulegen und andere Sinne zu stärken.
Dass wir nun in der Kategorie „Besondere Leistungen im Bereich der Barrierefreiheit“ ausgezeichnet wurden, bedeutet uns daher besonders viel. Es bestätigt, wie wichtig diese Arbeit gesellschaftlich ist – und dass sie gesehen wird.
Ein wichtiges Signal für eine inklusive Tanzkultur
Wir möchten die Sichtbarkeit dieser Auszeichnungen bewusst nutzen. Denn Barrierefreiheit ist kein Trend, sondern eine Haltung, die unsere Gesellschaft braucht, wenn sie wirklich inklusiv sein will.
Für uns ist sie der Motor hinter allem, was wir tun:
Zugang schaffen, wo sich oft Barrieren befinden.
Begegnungen ermöglichen, die sonst nicht stattfinden würden.
Räume öffnen, in denen Menschen mit und ohne Sehbeeinträchtigung miteinander tanzen, lernen, wachsen.
Diese Auszeichnungen zeigen, wie wichtig es ist, Barrierefreiheit nicht nur mitzudenken, sondern aktiv umzusetzen. Danke für diese Anerkennung!
Unser besonderer Dank gilt dem
Wiener Bezirksblatt,
der Bezirksvorsteherin vom Alsergrund, Saya Ahmad und
Vera Schmitz von der Wirtschaftskammer, die uns den Award überreicht haben,
sowie Rudolf Kravanja vom ÖZIV Bundesverband, der die Initiative für diese neue Kategorie gesetzt hat.
Wir sehen diese Wertschätzung als Bestätigung für unseren Weg – und als Motivation, ihn mit voller Energie weiterzugehen. Gemeinsam mit unseren Tänzer*innen, unserem Team und allen Menschen, die daran glauben, dass Tanzen verbindet.
Gemeinsam weiter – vielfältig, inklusiv, barrierefrei
Wir werden auch künftig daran arbeiten, neue Methoden zu entwickeln, Menschen miteinander in Verbindung zu bringen und Räume zu schaffen, in denen Tanzen für alle möglich ist.
Denn Barrierefreiheit ist für uns kein Ziel – sie ist ein fortlaufender Prozess. Und jede Auszeichnung, jeder Kursabend, jede Begegnung zeigt uns, wie wertvoll dieser Weg ist.
Hier werden wir immer wieder neue Begriffe aus und und rund um den Tango Argentino in Lillis Ballroom posten. Den Anfang macht das "Cafecito".
Cafecito
Ein Cafecito (spanisch für kleiner Kaffee) ist in der Tangowelt viel mehr als nur ein Getränk – es steht für ein offenes, entspanntes Tanztreffen, das Begegnung und Austausch in den Mittelpunkt stellt.
In einem Cafecito wird Tango in entspannter Atmosphäre getanzt, oft am Nachmittag oder frühen Abend, manchmal mit Kaffee, Kuchen oder kleinen Snacks. Es ist weniger formell als eine klassische Milonga – kein Dresscode, keine strengen Regeln, sondern Raum für Verbindung, Gespräch und Freude an der Bewegung.
Im Geist von Lillis Ballroom bedeutet ein Cafecito:
ein Raum, in dem alle Sinne tanzen dürfen,
barrierefrei, inklusiv und herzlich,
offen für Menschen mit und ohne Vorerfahrung,
ein Ort, an dem Tango einfach geteilt wird – ohne Leistungsdruck, dafür mit viel Gefühl.
Kurz gesagt:
👉 Ein Cafecito ist Tango zum Durchatmen, Ankommen und Begegnen.
Calesitas
Calesitas sind im Tango kreisförmige Drehbewegungen, bei denen sich eine Person um die andere bewegt – wie auf einem Karussell. Der oder die Folgende bleibt dabei meist relativ ruhig im Zentrum, während der/die Führende auf einer runden Bahn um ihn oder sie herum läuft oder dreht.
Typisch für Calesitas ist das kontinuierliche Drehen, das Spiel mit Balance und Achse und ein sehr fließendes Gefühl. Sie tauchen häufig im Tango Nuevo, aber auch im klassischen Tango auf, wenn Raum, Musik und Partner:innen es zulassen.
Kurz gesagt:
👉 Elegant, technisch anspruchsvoll und extrem wirkungsvoll – wenn sie gut geführt werden.
Ocho
Der Begriff Ocho (spanisch für „acht“) beschreibt eine grundlegende Bewegungsform im Tango, die sowohl technisch als auch musikalisch eine große Rolle spielt. Der Name kommt von der Form, die die Schritte auf dem Boden zeichnen: eine liegende Acht.
Was ist ein Ocho?
Beim Ocho dreht sich die tanzende Person im Wechsel nach links und rechts, während sie rückwärts oder vorwärts über den Boden gleitet. Diese Drehbewegung entsteht nicht aus den Beinen, sondern aus einer aktiven, elastischen Körperrotation – der sogenannten Dissociation. Dadurch wirkt der Ocho fließend, stabil und verbunden.
Es gibt zwei Hauptvarianten: Rückwärts-Ochos und Vorwärts-Ochos
Rückwärts-Ochos: Die häufigste Form, oft als zentrierende, ruhige Bewegung genutzt.
Vorwärts-Ochos: Dynamischer und raumgreifender, manchmal auch als Übergang zu Drehungen oder Sacadas getanzt.
Beide Varianten sind zentrale Bausteine im Tango Argentino und können in einer Vielzahl von Kombinationen vorkommen.
Was macht den Ocho so wichtig?
Der Ocho ist ein Kernbewegungsmuster des Tangos, durch das Tänzer*innen Gleichgewicht, Drehtechnik und Verbindung üben. Er ist gleichzeitig technisch präzise und kreativ einsetzbar – von ruhig und meditativ bis spielerisch und kraftvoll.
Wie entsteht ein guter Ocho?
Entscheidend ist das Zusammenspiel von:
klarer Führung bzw. Einladung,
einer weichen, kontrollierten Körperrotation,
stabilen Achsen,
und einer bewussten, musikalischen Schrittgestaltung.
So wird der Ocho zu einer gemeinsamen Bewegung, die nicht „gemacht“, sondern geteilt wird.
Kurz gesagt:
Ochos sind fließende, rotierende Bewegungen, die wie eine liegende Acht durch den Raum führen und im Tango zu den wichtigsten Grundmustern zählen.
Chiara Greco ist Tänzerin, Bühnenkünstlerin, Tango- und Yoga-Lehrerin – eine Künstlerin, die mit jedem Schritt, jeder Bewegung und jeder Begegnung Geschichten erzählt. Seit über fünfzehn Jahren widmet sie sich dem Tanz und der Arbeit mit Menschen – in kleinen, vertrauten Gruppen ebenso wie in großen, lebendigen Workshops und langfristigen Ausbildungsprogrammen.
Ihr Zugang zum Tango ist geprägt von Achtsamkeit, Eleganz und einer tiefen Verbindung zwischen Körper, Musik und Emotion. Als Gründerin des ehemaligen Tango Atelier Vienna schuf sie eine Plattform, die Künstler*innen, Tänzer*innen und Lernende zusammenbrachte – ein Ort des Austauschs, des kreativen Wachstums und der gemeinsamen Leidenschaft für den Tango Argentino.
Chiara ist bekannt für ihren besonderen, geschmackvollen Stil, ihre Ausdruckskraft und ihre Fähigkeit, Tanz zu einem inneren Erlebnis werden zu lassen. Jenseits des Tanzbodens ist sie eine neugierige, spirituelle Seele, die sich von verschiedenen Kulturen, Sprachen und künstlerischen Ausdrucksformen inspirieren lässt. Ihre Reisen, Studien und Begegnungen in vielen Teilen der Welt haben ihren Weg als Tänzerin und Lehrerin auf einzigartige Weise geprägt.
“Beyond the mat and the dance floor, I’m a curious, spiritual soul with a deep love for different cultures and their artistic expressions.”
Diese Offenheit und Tiefe spiegeln sich auch in ihrem Seminar bei Lillis Ballroom wider:
Unter dem Motto „Learn how to bring elegance, meaning, and emotion into your dance“ lädt Chiara dazu ein, die Schönheit in jedem Schritt zu entdecken. Das Seminar führt in die Verbindung von Stabilität, Präsenz und Ausdruckskraft – ideal für Tänzer*innen, die ihre Technik verfeinern und ihre tänzerische Sprache vertiefen möchten.
In einer Reihe sorgfältig aufgebauter Übungen vereint sie Präzision und Freiheit, Intention und Fluss. Die Teilnehmenden lernen, wie Bewegung und Gefühl zu einer stimmigen Einheit werden – und wie sich Momente von Anmut und Authentizität im Tanz entfalten können.
Die Teilnahme ist sowohl für Einzelpersonen (die offen sind, beide Rollen zu tanzen) als auch für Paare möglich.
Im Anschluss an das Seminar lädt ein Tango Cafecito (16:00–19:00 Uhr) dazu ein, das Erlernte in entspannter Atmosphäre zu erleben und bei Musik, Kaffee und Tanz in Verbindung zu bleiben.
Wir freuen uns, Chiara Greco in Lillis Ballroom willkommen zu heißen – als inspirierende Lehrerin, Künstlerin und Mensch, die Tango mit Seele, Bewusstsein und unvergesslicher Eleganz verbindet.
Chiara Greco is a dancer, stage artist, tango and yoga teacher – an artist who tells stories with every step, every movement, every encounter. For more than fifteen years, she has devoted herself to dance and to working with people – in small, intimate groups as well as in larger, lively workshops and long-term training programs.
Her approach to tango is shaped by mindfulness, elegance, and a deep connection between body, music, and emotion. As the founder of the former Tango Atelier Vienna, she created a platform that brought together artists, dancers, and learners – a space for exchange, creative growth, and a shared passion for Argentine tango.
Chiara is known for her unique, refined style, her expressive power, and her ability to turn dance into an inner experience. Beyond the dance floor, she is a curious, spiritual soul, inspired by cultures, languages, and artistic expressions from around the world. Her studies, travels, and encounters across many countries have deeply shaped her personal and professional journey.
“Beyond the mat and the dance floor, I’m a curious, spiritual soul with a deep love for different cultures and their artistic expressions.”
This openness and depth are also reflected in her workshop at Lillis Ballroom:
Under the theme “Learn how to bring elegance, meaning, and emotion into your dance,” Chiara invites participants to discover the beauty that lives in every step. The seminar focuses on cultivating stability, presence, and expressiveness – ideal for dancers who wish to refine their technique and deepen their artistic voice.
Through a carefully designed series of exercises, Chiara combines precision with freedom, intention with flow. Participants are guided to connect movement with feeling and to embody moments of grace and authenticity – both for themselves and for those who watch them dance.
The workshop is open to individuals (who are open to dancing both roles) as well as couples.
Afterwards, a Tango Cafecito (4:00–7:00 PM) invites everyone to relax, dance, and put into practice what they’ve just learned – in a warm and welcoming atmosphere.
We’re delighted to welcome Chiara Greco to Lillis Ballroom – as an inspiring teacher, artist, and human being who unites tango, consciousness, and elegance in every movement.
Zwei Tänzer*innen treten ins Abrazo. Voller Vorfreude auf die kommenden gemeinsamen Tänze. Bereit zu improvisieren. Die Musik beginnt. Einer schmeißt die Nerven weg. Und plötzlich… sind sie wieder mal fast auf Autopilot, beim Wiedergeben von altbekannten Sequenzen, gut einstudierten Bewegungen und Reaktionen.
Willkommen im Paradox der Wahlfreiheit.
Alle sagen, sie wollen Freiheit. Doch wenn sie da ist, wird’s oft still im Kopf – oder hektisch. Das Gehirn klammert sich lieber an Bekanntes. Sicherheit fühlt sich angenehmer an als das Schweben im Ungewissen. Improvisation verlangt Entscheidungen in Echtzeit – mit einem anderen Menschen – zur Musik – für den Follower beim Rückwärtsgehen – in High Heels. Kein Wunder, dass viele lieber im sicheren Sandkasten spielen als auf der unendlichen Spielwiese.
Lucia und Ana in enger Tanzhaltung
Improvisation ist kein Talent – sie ist ein Handwerk
In unseren Kursen üben wir oft kleine Sequenzen. Sie sind hilfreich – wie Vokabelkarten beim Sprachenlernen. Aber wirklich lebendig wird der Tanz erst, wenn wir nicht abspulen, sondern antworten. Wenn wir tanzen, was jetzt gerade passt – und nicht, was „auch schön wäre“.
Man erkennt es sofort: Tänzer*innen, die voll im Moment sind und tanzen, tragen oft ein Lächeln im Gesicht. Manchmal sogar bei kleinen Pannen, die sie charmant ausbügeln. Die anderen wirken eher wie bei einer Matheprüfung. Improvisation bedeutet nicht, dass man „einfach macht, was man will“. Es bedeutet, dass man zuhört – mit dem Körper, mit dem ganzen Sein – und dann reagiert.
Die Kunst der Wahl entsteht aus Wiederholung
Wirkliche Freiheit im Tango entsteht nicht durch das Merken vieler Figuren – sondern durch das Verstehen von Bewegung.
Wir arbeiten an der Achse, an der Klarheit im Gewichtwechsel, am Gleichgewicht in Drehungen, an der Bewegung durch die Musik. Das sind unsere Vokale, unsere Bausteine. Keine „Moves“, sondern Silben, aus denen alles entstehen kann.
In meinem Unterricht sehe ich das harmonische Zusammenspiel der drei folgenden körperlichen Achsen im Individuum als Grundvoraussetzung für Improvisation:
Die Standbeinachse, die Stabilität gibt.
Die Seite des freien Beines
Die senkrechte Wirbelsäule, die Aufrichtung und Freiheit schafft.
Diese drei arbeiten zusammen, wie Instrumente in einem Orchester – immer neu, immer im Jetzt. Und auf dieser Grundlage wird Improvisation möglich.
Freude am Improvisieren beim Tango
Improvisation beginnt beim Fragen
Was wäre, wenn Du eine bekannte Sequenz mitten im Ablauf betrittst? Was, wenn Du sie rückwärts tanzt? Wenn Du sie verlangsamst – bis zur Zeitlupe – und dann plötzlich beschleunigst?
Wie wäre es, wenn Du nur von einem Schritt bis zum nächsten planst? Wäre es nicht toll, Deine eigenen Sequenzen zu kreieren, on the Spot - immer im körperlichen Dialog mit Deinem Gegenüber?
Improvisation bedeutet, mit Möglichkeiten zu spielen. Sie neu zu kombinieren. Nicht zu überleben – sondern zu gestalten.
Fazit: Freiheit ist kein Geschenk – sie ist ein Prozess
„Freedom is earned, not given.”
Im Tango erarbeiten wir sie – Schritt für Schritt.
Nicht durch „mehr Figuren“, sondern durch ein tieferes Verständnis.
Nicht durch das Vermeiden von Fehlern, sondern durch kreatives Reagieren auf sie.
Der schönste Moment beim Tanzen ist der, in dem du nicht weißt, was kommt – und dich trotzdem getragen fühlst. Von der Musik. Von deinem Gegenüber. Von dir selbst.
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