Willkommen beim Tango ABC von Lillis Ballroom!
Hier werden wir immer wieder neue Begriffe aus und und rund um den Tango Argentino in Lillis Ballroom posten. Den Anfang macht das "Cafecito".
Cafecito
Ein Cafecito (spanisch für kleiner Kaffee) ist in der Tangowelt viel mehr als nur ein Getränk – es steht für ein offenes, entspanntes Tanztreffen, das Begegnung und Austausch in den Mittelpunkt stellt.
In einem Cafecito wird Tango in entspannter Atmosphäre getanzt, oft am Nachmittag oder frühen Abend, manchmal mit Kaffee, Kuchen oder kleinen Snacks. Es ist weniger formell als eine klassische Milonga – kein Dresscode, keine strengen Regeln, sondern Raum für Verbindung, Gespräch und Freude an der Bewegung.
Im Geist von Lillis Ballroom bedeutet ein Cafecito:
- ein Raum, in dem alle Sinne tanzen dürfen,
- barrierefrei, inklusiv und herzlich,
- offen für Menschen mit und ohne Vorerfahrung,
- ein Ort, an dem Tango einfach geteilt wird – ohne Leistungsdruck, dafür mit viel Gefühl.
Kurz gesagt:
👉 Ein Cafecito ist Tango zum Durchatmen, Ankommen und Begegnen.
Calesitas
Calesitas sind im Tango kreisförmige Drehbewegungen, bei denen sich eine Person um die andere bewegt – wie auf einem Karussell. Der oder die Folgende bleibt dabei meist relativ ruhig im Zentrum, während der/die Führende auf einer runden Bahn um ihn oder sie herum läuft oder dreht.
Typisch für Calesitas ist das kontinuierliche Drehen, das Spiel mit Balance und Achse und ein sehr fließendes Gefühl. Sie tauchen häufig im Tango Nuevo, aber auch im klassischen Tango auf, wenn Raum, Musik und Partner:innen es zulassen.
Kurz gesagt:
👉 Elegant, technisch anspruchsvoll und extrem wirkungsvoll – wenn sie gut geführt werden.
Ocho
Der Begriff Ocho (spanisch für „acht“) beschreibt eine grundlegende Bewegungsform im Tango, die sowohl technisch als auch musikalisch eine große Rolle spielt. Der Name kommt von der Form, die die Schritte auf dem Boden zeichnen: eine liegende Acht.
Was ist ein Ocho?
Beim Ocho dreht sich die tanzende Person im Wechsel nach links und rechts, während sie rückwärts oder vorwärts über den Boden gleitet. Diese Drehbewegung entsteht nicht aus den Beinen, sondern aus einer aktiven, elastischen Körperrotation – der sogenannten Dissociation. Dadurch wirkt der Ocho fließend, stabil und verbunden.
Es gibt zwei Hauptvarianten: Rückwärts-Ochos und Vorwärts-Ochos
Rückwärts-Ochos: Die häufigste Form, oft als zentrierende, ruhige Bewegung genutzt.
Vorwärts-Ochos: Dynamischer und raumgreifender, manchmal auch als Übergang zu Drehungen oder Sacadas getanzt.
Beide Varianten sind zentrale Bausteine im Tango Argentino und können in einer Vielzahl von Kombinationen vorkommen.
Was macht den Ocho so wichtig?
Der Ocho ist ein Kernbewegungsmuster des Tangos, durch das Tänzer*innen Gleichgewicht, Drehtechnik und Verbindung üben. Er ist gleichzeitig technisch präzise und kreativ einsetzbar – von ruhig und meditativ bis spielerisch und kraftvoll.
Wie entsteht ein guter Ocho?
Entscheidend ist das Zusammenspiel von:
- klarer Führung bzw. Einladung,
- einer weichen, kontrollierten Körperrotation,
- stabilen Achsen,
- und einer bewussten, musikalischen Schrittgestaltung.
So wird der Ocho zu einer gemeinsamen Bewegung, die nicht „gemacht“, sondern geteilt wird.
Kurz gesagt:
Ochos sind fließende, rotierende Bewegungen, die wie eine liegende Acht durch den Raum führen und im Tango zu den wichtigsten Grundmustern zählen.





