Die Geschichte

Lilli Beresin ist mehr als die Namensgeberin und Initiatorin des Projekts. Es ist ihre persönliche Geschichte, aus der die Idee zu Lillis Ballroom geboren wird.

Lillis Ballroom: Lilli Beresin (Foto: Lillis Ballroom)

 

 

 

 

 

Ausgebildet in klassischem Gesang nimmt sie mehrere CDs mit Tango-Liedern auf. Mehr als das Singen bewegt sie aber das Tanzen. Lilli Beresin ist seit frühester Kindheit stark sehbeeinträchtigt und tanzt seit sie klein ist – Ballett sowie die klassischen Standard- und Lateinamerikanischen Tänze.

Als sie das erste Mal den Tango erlebt, ist sie begeistert von seiner Energie, Eleganz und Spannung. Sie studiert den Tango Argentino seither in Wien und Buenos Aires und tanzt ihn mit Leib und Seele. Angekommen fühlt sie sich in diesem Tanz, weil er ihr eine neue Welt eröffnet – auch zu den eigenen Empfindungen. In der Bewegung zur Musik entdeckt sie ein ganz besonderes Freiheitsgefühl. Im Tanzen findet Lilli Beresin auch ihre berufliche Zukunft.

Sie möchte ein neues Tanzstudio eröffnen und eine Umgebung schaffen, wo Grenzen überschritten werden, denen sie in ihrer eigenen Tanzausbildung immer wieder begegnet ist. Wo man sich in entspannter Atmosphäre tanzend begegnet, voneinander lernt und Erfahrungen austauscht.

Um diese Vision zu realisieren, setzte Lilli Beresin Petra Schön und Beate Schläffer als Mitarbeiterinnen des Kernteams für die Projektentwicklung ein. Wertvollen Input lieferte darüber hinaus Juan Lange als tanzpädagogischer Berater sowie andere Expertinnen und Experten durch ihr Knowhow und ihre Erfahrungen.

Im Laufe der Zusammenarbeit mit Juan Lange haben sich die Urformen des Paartanzes (Latin Roots) als das ideale Format für den Einstieg und den integrativen Ansatz des Tanzens in Lillis Ballroom herauskristallisiert. Juan Lange hat sie aus ethnologischer Perspektive und seiner intensiven Beschäftigung mit den Paartänzen aus Afrika und Lateinamerika entwickelt. Die Urformen sind ein Tanzsystem, das den natürlichen, organischen Bewegungen des Menschen entspricht. Sie bestechen durch ihre Einfachheit und sind dabei so tiefgründig, weil sie von ihrer Herkunft und dem sozialen Aspekt – dem Miteinander des Paartanzes erzählen.

Gemeinsam mit Juan Lange wurde eine Fortbildung entwickelt, um die erste Riege an TrainerInnen und Trainern für Lillis Ballroom auszubilden. Nach zwei Infoterminen startete im März 2017 der erste Lehrgang mit 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Seit Beginn geht es bei Lillis Ballroom um ein Miteinander. Um unterschiedliche Wünsche und Möglichkeiten, sich blind, sehbeeinträchtigt oder sehend beim Tanzen neu zu erfahren. Darum, was Tanz für uns Menschen bedeuten kann und welche Räume er uns eröffnet. Gemeinsam mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern möchten wir weiterwachsen und unser Angebot laufend erweitern.

Der Einzug in die neu adaptierten und barrierefreien Studios in den Spittelauer Stadtbahnbögen ist ein weiterer Meilenstein in diese Richtung. Ab 17. April 2018 haben Tanzinteressierte an drei Abenden pro Woche die Möglichkeit, Workshops zu besuchen.

Ab Mai 2018 findet ergänzend zu den Workshops einmal pro Monat ein Tanzabend, der Ballatino, statt.